Wenn einer eine Reise tut...
Dienstag, 4. August 2015
Finnland-Rundreise - Schärenring (2)
Montag, 8.6.2015
Die Nacht war ruhig, leider haben wir verschlafen. Wir wollten früh raus, denn die Plätze auf denen wir stehen gehören zu einem kleinen privaten Bootshafen. Wir möchten nicht stören und wollen daher zeitig weg. Draußen ist auch schon Lärm, wie von einem sehr großen Fahrzeug. Und tatsächlich, als ich den Sichtschutz öffne fährt gerade ein 40-Tonner an uns vorbei. Dann ist es wieder ruhig. Wir beeilen uns und sich um kurz nach zehn Uhr unterwegs zum ersten Fähranleger in Galtby. Vor uns warten bereits zwei Pärchen mit ihren Motorrädern und ein Finne mit einem Nissan Micra. Wir kommen ins Gespräch mit ihm. Er stammt aus Oulu und macht hier ebenfalls Urlaub. Er war vorher auch noch nicht hier und findet es ebenfalls klasse. Dafür war er bereits 3x in Deutschland. Ihn und die Motorradfahrer treffen wir an der nächsten Fähre wieder.

Hütte am Stellplatz auf Korpo

Zunächst legen wir nach 30 min Fahrzeit in Houtskär an. Wir fahren erst mal rechts ran und lassen sämtliche Fahrzeuge passieren, bevor wir gemütlich weiterfahren. Der idyllische Eindruck von gestern wiederholt sich. Wiesen mit Gräsern, Schafgarbe und Butterblumen, die sich im Wind wiegen, wechseln sich mit grauen von Flechten überzogenen Granitfelsen und Kiefern-, Tannen und Birkenwäldchen ab. Dazwischen liegen immer wieder kleine rot-weiße Höfe oder Siedlungen. Hinter jeder zweiten Straßenbiegung kann man Wasser sehen. Manchmal fährt man direkt darüber, dann wieder schimmert es zwischen Bäumen, Schilf und Felsen hindurch. Diese Landschaft wirkt auf mich wie ein Klischee von Skandinavien. Sie mag nicht so beeindruckend sein, wie die Gletscher und Fjorde von Norwegen, ich finde sie dennoch absolut sehenswert.

Wiesen auf Houtskär

Das Wetter spielt auch mit, die Sonne strahlt vom Himmel. Dank des strammen Windes erreichen wir immerhin knapp 14 Grad. Selbst der nette Finne aus dem Café in Nagu meinte, dass es noch ungewöhnlich kühl sei für die Jahreszeit. Immerhin besser als 20 Grad und Regen.
Von Houtskär geht es weiter nach Iniö. Dies ist die längste und einzig kostenpflichtige Verbindung auf der gesamten Route. Wir fahren eine Stunde mit der Fähre und für uns und das WoMo zahlen wir dafür stolze 70 EUR. Direkt am Fähranleger in Houtskär ist ein großer Campingplatz. Da wir noch Zeit bis zur Abfahrt haben, machen wir einen kurzen Rundgang über das Gelände. Es macht einen ordentlichen und gepflegten Eindruck. Da wir aber heute noch weiter nach Kustavi wollen, entscheiden wir uns gegen einen Aufenthalt.

Fähre nach Iniö

Auf Iniö würden wir dagegen am liebsten sofort bleiben, von hier aus ist es nur noch eine kurze Fährverbindung nach Kustavi. Auf Iniö gibt es aber leider keinen Campingplatz.
Wir sehen uns die kleine Dorfkirche an und machen wieder jede Menge Fotos vor Ort. Auch hier sieht es aus wie in einem Bilderbuch. Außerdem entschließen wir uns den Natursteig zu gehen. Der ca. 2,5km lange Weg endet auf einer Erhöhung, von der man das Schärenmeer hervorragend überblicken kann. Vor uns liegen unzählige Inseln und Inselchen. Man sieht jede Menge Wald und kann einzelne Buchten erkennen. Hin und wieder bilden sich weiße Schaumkronen auf dem Wasser, der Wind bläst uns ordentlich um die Ohren.

Blick über die Schären

Auf dem Rückweg sehen wir uns noch die kleinen Schaukästen an, die hin und wieder aufgestellt wurden. Sie zeigen typische Pflanzen der Region, Blätter unterschiedlicher Baumarten oder auch die Uferstreifen mit ihren unterschiedlichen Zonen. Ich finde es gut gemacht, leider sind die Erklärungen nur auf finnisch und schwedisch. So bleibt mir manchmal der Sinn verborgen. Außerdem müssen wir uns etwas beeilen, damit wir die nächste Fähre noch erwischen.

Dorfkirche auf Iniö

Gegen 19:15 Uhr kommen wir in Kustavi an. Die Rezeption des Campingplatzes ist wie so oft unbesetzt. Es gibt zwar Schilder, wo die Serviceeinrichtungen zu finden sind, aber keinen Hinweis darauf, wie wir uns anmelden können. Wir inspizieren erst mal die Sanitäranlagen und entschließen uns zu bleiben. Die Lage des Platzes ist gut und außer uns sind noch max. 4 andere Camper da. Die sanitären Anlagen sind einfach und sauber, das reicht uns. Schließlich weist uns eine freundliche Camperin noch darauf hin, dass wir uns beim Restaurant nebenan anmelden können. Das ist quasi das implizite Problem dieser Urlaubsregion. Es sind nur wenige Urlauber unterwegs (ok, wir sind auch noch in der Vorsaison) und wenn kommen sie aus Finnland oder Schweden. Damit fehlen aber häufig auch Hinweise oder Informationen auf Englisch. Bisher haben wir aber immer noch nette Menschen gefunden, die uns weitergeholfen haben. Und mal ehrlich, im Sauerland etwa findet man die Hinweise auch überwiegend auf Deutsch und Niederländisch. Englisch ist dort auch eher Mangelware. Und noch etwas wir können das Bild der schweigsamen Finnen gar nicht bestätigen. Fast alle, die wir bisher getroffen haben, waren nicht nur hilfsbereit, sondern immer auch interessiert daran woher wir kommen, was wir im Urlaub machen oder haben uns einen lokalen Tipp für Sehenswürdigkeiten gegeben.

Iniö

Insgesamt ist die Tour durch die Schären absolut lohnenswert. Es wäre sicher sinnvoll noch ein bis zwei zusätzliche Übernachtungen einzuplanen. Es gibt dort jede Menge Wanderungen und kleine Dinge zu entdecken.

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Finnland-Rundreise - Schärenring (1)
Sonntag, 7.6.2015
Die Sonne scheint wieder. Morgens ist es aber noch recht frisch. Heute verlassen wir Turku. Wir wollen über Naantali nach Rauma fahren. Nach dem Frühstück besprechen wir die Tour nochmal und machen dann etwas ganz Anderes. Wir entschließen uns die Schärenringstraße zu fahren. Wir haben keine Ahnung, ob das mit dem WoMo geht, aber notfalls drehen wir halt wieder um. Also steuern wir zunächst Pargas an. Im dortigen Supermarkt decken wir uns mit Lebensmitteln ein und fahren weiter in Richtung Nagu. Auf dem Weg dorthin fahren wir über viele Brücke und nutzen eine der kostenlosen Fähren, die die Schären miteinander verbinden. Die Landschaft ist sehr sehenswert, immer wieder fahren wir durch kleine Kiefernwälder. Sie wechseln sich mit Wiesen voller Gräser und Schafgarbe und immer neuen Ausblicken auf Wasser ab. Da ich fahre, komme ich nur eingeschränkt in den Genuss dieser Landschaft.

Hafengebäude von Nagu

Nagu ist ein netter kleiner Ort mit einem hübschen Hafen. Und die Beratung in der Touristeninformation ist bemerkenswert. Eigentlich wollte ich nur eine bessere Karte haben, um den weiteren Weg zu planen. Wir bekommen die Karte und dazu Vorschläge für Wanderungen, eine Café Empfehlung sowie sämtliche Fährpläne für die große Schärenrunde. Wir fragen noch nach WoMo-Stellplätzen und bekommen zwei gute Tipps und den Hinweis, dass wildes Campen zwar nicht erlaubt ist, aber toleriert wird, weil es hier nur wenige Campingplätze gibt.
Zuerst testen wir die Café Empfehlung. Das Café liegt auf der anderen Straßenseite hinter zwei Supermärkten versteckt. Es hat erst am Vortag eröffnet, daher kann er uns auch leider nur Filterkaffee anbieten, sagt der junge Mann hinter dem Tresen. Der Kaffee schmeckt, die Philadelphiatorte auch. Da er gleich schließt, dürfen wir uns außerdem noch kostenlos an den Zimtschnecken bedienen. Der nette und ziemlich schüchterne junge Mann erzählt, dass das Café eigentlich nur der Anfang ist. Es sind noch ein Kajakverleih und Gruppenevents geplant. Außerdem verspricht er uns, dass er uns beim nächsten Besuch auch Cappucino anbieten kann - da es wohl noch ein Weilchen dauert, bis wir wieder vorbeikommen, kann das gut sein. Wir wünschen ihm viel Erfolg und machen uns auf den Weg nach Korpo.
Auf der gut beschilderten Schärenringstraße ist nur wenig Verkehr in unserer Fahrtrichtung. Hin und wieder kommen uns kleine Autokolonnen entgegen. An der nächsten kostenlosen Fähre, die wir nehmen, sind wir neben einem weiteren Pkw die einzigen Fahrgäste. Auf der anderen Seite wartet jedoch eine große Menge an Autos und Bussen auf die Überfahrt. Ob es sich um den Wochenend Rückreiseverkehr handelt?

Fähre nach Korpo

Kurz nachdem wir die Fähre verlassen haben, biegen wir von der Schärenringstraße rechts in Richtung Osterretais (Hotel Nestor) ab. Die Dame von der Touristeninformation hatte uns gesagt, dass es dort einen neueröffneten Kunstweg durch den Wald gibt. Den wollen wir uns zumindest mal ansehen. Wir fahren bis zum Hotel Nestor und fragen uns dann, wie es wohl weitergeht. Lange brauchen wir nicht überlegen, da kommt auch schon die Hotelbesitzerin. Sie zeigt uns die Wanderkarte, die seitlich am Hotel hängt. Außerdem bietet sie uns an, mit dem WoMo auf dem Hotelparkplatz zu stehen und falls wir möchten dort auch über Nacht zu bleiben. Es ist sehr idyllisch gelegen, aber eigentlich wollen wir weiter. Mal sehen. Außerdem haben sie und ihr Mann in Korpo ein Restaurant, das aber bereits um 20 Uhr schließt. Das kommt für uns dann nicht infrage, es ist mittlerweile schon 18:30 Uhr und wir wollen ja erst noch den Kunstwanderweg laufen.

Barfuß-Kunstwanderweg auf Korpo

Wir verabschieden uns und machen uns auf den kurzen, aber sehr spannenden Weg durch den Wald. Insgesamt sind sieben Kunstwerke im Wald installiert. Manche liegen direkt am Weg, zu anderen muss man noch einen kleinen Abstecher machen. Von den Kunstwerken gefallen mir die Spiegel, die auf Baumstümpfen angebracht sind, am besten. Wenn man hineinblickt, kann man den Himmel sehen.



Kunst im Wald

Leider sind im Wald unglaublich viele Mücken und so machen wir uns schnell auf den Rückweg zum WoMo. Dabei gehen wir durch eine unglaublich idyllische Landschaft. Links und rechts des Weges wächst hohes Gras, durchsetzt mit weiß blühender Schafgarbe. Die Gräser und weißen Blüten wiegen sich im Wind. Dazwischen stehen hin und wieder alte Apfelbäume über und über bedeckt mit zartrosa und weißen Blüten. Die vereinzelt stehenden roten Häuser sind von gepflegten Rasenflächen, Hortensien und kleinen Büschen umgeben. Das Bild ist so friedlich, dass ich mir unwillkürlich wünsche, ich hätte meine Kindheit hier verbracht oder zumindest die Sommerferien.

Hühnerparade

Den empfohlenen Stellplatz finden wir schnell. Er liegt an einem kleinen Privathafen. Diese Seite der Insel ist vom Wind abgewandt, dadurch ist das Wasser spiegelglatt. Das andere Ufer ist nicht weit entfernt, so wirkt es eher als stünde man an einem großen See.

Stellplatz auf Korpo

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Montag, 3. August 2015
Finnland-Rundreise - Turku
Samstag, 6.6.2015
Das erste Mal während der Reise werden wir bei bedecktem Himmel wach. Auch sonst bin ich nicht bester Laune. Draußen sind rund 15 Grad. Nach dem Frühstück sehe ich mir den Strand an. Hier könnte man baden, aber heute habe ich keine Lust.
Später fahren wir mit dem Bus nach Turku. Inzwischen hat es angefangen zu regnen.

Dekorierter Baum in Turku
Wir laufen vom Marktplatz zum Fluss, dort entlang zum Dom und von dort zum Aboa Vetus (Itäinen Rantakatu 4–6, 20700 TURKU) Das ist eine Ausgrabung, die alte Überreste von Turku zeigt. Die Ausgrabung ist im Keller des Museums untergebracht. Wir sind ja nicht so die Museumsbesucher, aber diese Ausstellung ist klasse. Die Beschreibungen sind so gute gemacht und eine kleine Geschichte verbindet mehrere Stationen miteinander. Das hat sich gelohnt.

Dom von Turku

Danach laufen wir noch den Fluss entlang Richtung Hafen. Als wir Hunger bekommen, drehen wir um und suchen uns ein nettes Lokal. Im Fontana (Fontana Cafe, Aurakatu 1, 20100 Turku) essen wir Burger und Sandwich. Schmeckt klasse, ist bezahlbar und gefallen hat es uns auch.

Aboa Vetus

Danach wollen wir den Bus Richtung Ruissalo Camping nehmen und treffen den ersten Finnen, der kein Englisch spricht. Wir sind ganz überrascht, sind wir es aus Skandinavien doch gewohnt, dass wirklich alle Englisch sprechen. Ja nun offenbar doch nicht alle. Wir verständigen uns trotzdem und kommen schließlich am Campingplatz an. Morgen wollen wir weiter nach Naantali und Rauma.
Ach ja, es regnet nicht mehr, aber es ist bewölkt bei kühlen 14 Grad.
Fazit Turku: uns hat es nur mäßig gut gefallen. Die Stadt hat ein paar Highlights, wirkt auf mich aber sonst eher wie aus den 80er Jahren. Diese leicht negative Sicht mag aber auch dem Wetter und der mittelmäßigen Laune geschuldet sein.

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Finnland-Rundreise - Begegnung mit dem finnischen Festland
Freitag, 5.6.2015
Was soll ich sagen - wir werden bei Sonnenschein und blauem Himmel wach. Da wir an der schönen Sandbucht stehen, schreit das quasi nach einem Bad im Meer. Aber erst mal frühstücken. Leider fällt mir beim Aufgießen des Kaffees der Filter um und der gesamte Prütt spritzt in hohem Bogen durch das halbe WoMo. Die anschließende Reinigungsaktion benötigt genau die Zeit, die ich für das Bad eingeplant hatte. Dafür ist der Boden im WoMo schon wieder sauber gewischt, dazu auch die kleine Küche und ein Teil der Sitzgruppe. Alcantara ist eine prima Erfindung. Mit Spülen, Aufräumen und Einpacken wird es sogar noch knapp mit der Rückfahrt. Um 14:25 Uhr geht die Fähre nach Turku, wir müssen spätestens 30 min vorher einchecken und auch noch 45 min fahren. So kommen wir relativ knapp in Mariehamn an. Da wir als Bus eingecheckt sind, folgen wir der Busspur und stehen vor einem verschlossenen Tor. So spät sind wir eigentlich nicht dran. Das Tor öffnet sich und ein Fährmitarbeiter kommt auf uns zu. Er erklärt uns, dass wir reinkommen sollen und auf der ganz rechten Spur bis vorne zum Check-in fahren sollen - wohlgemerkt entgegen der Fahrtrichtung aller anderen Fahrzeuge. Leider haben weder er noch wir bemerkt, dass auf halber Strecke ein Bagger auf der Spur parkt. Auch mit den Fahrkünsten meines Liebsten kommen wir nicht zwischen Bagger und dem Gegenverkehr durch. Also schnappe ich mir die Unterlagen und lege die letzten 70m zum Schalter zu Fuß zurück. Die Dame am Check-in ist genauso entspannt wie ihr Kollege und überhaupt alle Åländer, die wir bisher kennengelernt haben. Sie drückt mir die Bordkarten in die Hand, das Siegel für die Gasflaschen und ein Schild, das wir ins WoMo legen sollen. Dann wünscht sie uns eine gute Fahrt. Mein Liebster schafft es das WoMo zu wenden und kurze Zeit später können wir auf die Fähre fahren.
Das Fazit unseres Åland-Besuchs: schöne Insel(n), es gibt ganz viele Radwege und eigentlich könnte man hier auch einen kompletten Urlaub verbringen. Die Åländer kommen uns sehr freundlich und entspannt vor. Wir bedauern, dass wir hier nur 2,5 Tage eingeplant haben.
Bei immer noch strahlendem Sonnenschein und rund 17 Grad fahren wir nun mit der Fähre Richtung Turku. Im Gegensatz zu den bisherigen Fähren, macht das etwas mehr den Eindruck einer Kreuzfahrt. Als wir in Mariehamn an Bord gegangen sind, war die Fähre zum Großteil auch schon mit Reisenden belegt, wir waren eigentlich nur eine Zuladung. Dafür war der Preis dieser Überfahrt mit Viking Line nicht unbedingt ein Schnäppchen (rund 300 EUR).

Fähre nach Turku

Die Fahrt selber dauert rund 5h und verläuft sehr sehenswert durch die Schären. Kurz vor der Ankunft in Turku scheinen die Schären links und rechts des Weges zum Greifen nahe. Eigentlich ist die Strecke nicht besonders lang, aber die Topographie zwingt den Kapitän zu einer Art Zick-Zack-Kurs. Wir bleiben lange an Deck in der Sonne sitzen und gehen erst als uns kalt wird unter Deck.

Fahrt durch die Schären

Als wir ankommen, steuern wir ohne Umwege den Campingplatz Ruissalo (Saaronniemi, Turku 20100) auf der gleichnamigen Halbinsel an. Hier ist schon etwas mehr los, als auf Åland. Aber nach der üblichen Stellplatzdiskussion finden wir schließlich ein nettes Plätzchen für uns und lassen den Abend bei einem Bier ausklingen. Das WoMo auf dem Nachbarstellplatz erringt noch unsere Bewunderung - es kommt aus Australien...

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Dienstag, 21. Juli 2015
Finnland-Rundreise - Geta
Donnerstag, 4.6.2015
Wir werden bei strahlendem Sonnenschein wach. Wärmer als am Vorabend ist es auch. Wir öffnen den Vorhang zum Fahrerhaus - was für ein Ausblick! Wir sehen direkt auf eine wunderschöne Bucht, die sich weiter hinten zum Meer öffnet. Das Wasser ist stahlblau und glitzert in der Sonnen. Die Bucht ist von Kiefern umgeben und durch die Bäume kann man vereinzelt rote und gelbe Holzhäuschen erkennen. Wir stehen mit dem WoMo auf einer ebenen Granitfläche, die einige Meter weiter sanft ins Wasser übergeht. Es gibt auch einen kleinen Bootssteg zu unserer Rechten.

Stellplatz Geta am Morgen

Ich versuche ein Bad im Meer zu nehmen, aber das scheitert leider an einem sicheren Einstieg. Die Steinplatten gehen zwar ganz flach ins Wasser, sind aber unglaublich rutschig. So komme ich niemals heil hinein oder wieder raus. Am hölzernen Bootssteg fehlt eine Leiter oder zumindest eine Trittstufe. Also sitze ich einfach nur auf den warmen Steinen und erfreue mich an der Aussicht.

Panorama Geta Bucht

Nach dem Frühstück machen wir noch jede Menge Fotos und freuen uns, dass wir einen so schönen Stellplatz gefunden haben. Dann fahren wir weiter nach Soltuna. Dort wollen wir uns bei der Wanderung durch die Getaberge die Grotte ansehen. Das Ganze ist als 5km langer Rundweg ausgeschildert, also machen wir uns kurzerhand auf den Weg. Die Wanderung entpuppt sich als eine Art Schnitzeljagd und deutlich anstrengender als angenommen. Es gibt keinen wirklichen Weg, man folgt weißen Pfeilen, die an Bäumen angebracht oder auf dem Boden aufgemalt sind. Manchmal weisen auch einfach kleine Steinhaufen den Weg. Dabei geht es wirklich querfeldein über Grantifelsen oder über Waldpfade. Auf dem Weg begegnen wir keiner Menschenseele, aber an den Höhlen selbst treffen wir eine Gruppe von etwa 30 jungen Leuten. Sie nutzen die Felsen zum Klettern und sitzen oder liegen in der Sonne. Die Grotten finden wir nicht so spannend, aber die Wanderung macht Spaß. Wir gehen den Rundweg weiter und sind wieder alleine. Nach etwa 2h sind wir zurück am WoMo und fühlen uns etwas abgekämpft. Also auf nach Eckerö, dort wollen wir nur zum Campingplatz Degersand und ein Bier aufmachen.

Schnitzeljagd auf Geta

In Storby sehen wir uns noch das Post- und Zollhaus an. Es wurde von C.L. Engel entworfen. Wären wir weitergefahren, hätten wir nichts verpasst. Aber gut, uns spricht auch eher Natur als Kultur an.
Der Campingplatz Degersand ist toll gelegen, direkt an einer schönen Sandbucht. Es stehen auch einige WoMos und sogar ein Wohnwagen aus unserem heimatlichen Nachbarkreis dort. Die Infrastruktur ist sagen wir mal einfach und mein Liebster hat gar keine Lust dort zu bleiben, zum Weiterfahren jedoch noch weniger. Die Rezeption ist auch geschlossen. Aus einer Klappe kann man sich eine Keycard nehmen, die als Zugang zu den Duschen und Toiletten dient. Die Stromanschlüsse sind frei zugänglich. Wenn man fährt soll man einfach Geld in einen Briefkasten werfen. Trotz des nicht vorhandenen Komforts finde ich es super. Wir bleiben noch lange wach und schauen immer wieder hinaus auf die Bucht.

Degersand Blick auf die bucht

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Sonntag, 19. Juli 2015
Finnland-Rundreise - Mariehamn
Mittwoch, 3.6.2015
Der Tag beginnt mit Regen. Es ist kalt im WoMo und so bleiben wir einfach liegen. Etwa 1,5h später ist der Himmel strahlend blau, nur kühl ist es noch immer.
Wir sind am Vorabend zwar erst im 22:30 mit der Fähre angekommen, konnten aber trotzdem noch auf den Campingplatz Gröna Uddens (Gröna Uddens Camping, Östernäsvägen, AX-22100 Mariehamn) fahren. Nach dem Frühstück sehen wir uns die Sanitäranlagen an. Sie sind sauber und soweit in Ordnung, es könnten mehr sein. Aber da wir spät dran sind will außer uns eh niemand mehr duschen. Warmes Wasser ist hier im Preis inbegriffen. Wir freuen uns, dass wir nicht mit Münzen oder ähnlichem hantieren müssen. Tatsächlich ist das auf allen Campingplätzen so, die wir ansteuern. Auch die Küche, in der ich anschließend das Geschirr spüle, ist in Ordnung. Trotzdem beschließen wir weiter nach Geta zu fahren. Dort wollen wir zumindest eine Nacht frei stehen.
Mein Liebster füllt noch schnell Frischwasser nach, dann geht's ans Zahlen. Als ich nach hinten gehe, um mein Portemonnaie zu holen, sehe ich Wasser auf dem Fußboden. Woher es kommt, kann ich nicht sehen, nur dass es nicht wenig ist. Leider läuft es genau dorthin, wo das WoMo den Stromanschluss hat. Etwa 10 min später haben wir das Wasser gestoppt und wieder einen sauberen Fußboden - nicht, dass es nötig gewesen wäre. Wir zahlen und fahren nach Mariehamn hinein. Dabei startet der Wasserfluss erneut. Wir bauen die Sitzbank auseinander und stellen fest, dass der Deckel vom darunterliegenden Wassertank nicht richtig geschlossen ist. Da wir vorher noch nie am Tank waren, ist uns das wohl so übergeben worden.
Das gute Wetter hält uns so machen wir uns etwa 15 min und eine Küchenrolle später zu Fuß auf den Weg und lassen das WoMo in der Sonne stehen und trocknen.

Stadtplan von Mariehamn

Da der Hauptort Ålands nur 11.000 Einwohner hat, haben wir schnell alles gesehen. Besonders gefallen haben uns die vielen bunten Holzhäuser in den breiten Straßen. Die Gärten sind überwiegend sehr gepflegt. Uns fällt auf, dass die Vegetation ca 4 Wochen hinter unserer her ist. Die Tulpen sind offensichtlich soeben verblüht, die Apfelbäume stehen in voller Blüte und der Flieder öffnet gerade erst seine Knospen. Überhaupt wächst Flieder sowohl auf Åland als auch an der Küste in großer Zahl. Solche überwältigenden Fliederbüsche und -hecken habe ich bisher noch nicht gesehen, zudem mag ich auch den Duft sehr gerne.

Straße in Mariehamn

Wir fahren weiter nach Kastelholm Slot. Laut Reiseführer ist dies die bekannteste Sehenswürdigkeit Ålands. Wir kommen erst nach 17 Uhr dort an, da Ruine und Freilichtmuseum zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen haben, ist der Ort menschenleer. Über das Gelände des Freilichtmuseums und um das Schloss herum verläuft ein kleiner Rundweg, der dennoch zu begehen ist. Es ist ein fast magisches Erlebnis wie wir finden. Wir stehen in einem kleinen Dorf aus roten Holzhäuschen mit weißen Fenster- und Türrahmen. Es wirkt als seien die Bewohner schnell zur Mittagsruhe in ihre Häuser gegangen, im Hintergrund sieht man eine Streuobstwiese. Darauf stehen weiß und rosa blühende Apfelbäume. Wenn man dem Rundweg weiter folgt, kommt man an einer kleinen Wassermühle vorbei.
Dann windet sich der Weg um das Schloss. Zu unserer Linken glitzert das Wasser in der Sonne und von der Ferne ziehen schnell dunkle Regenwolken heran. Wir bleiben ein Weilchen am Wasser stehen und als es beginnt zu regnen gehen wir schnell zurück und fahren Richtung Geta.

Freilichtmuseum bei Kastelholm Slot

Da Geta die gesamte Insel ist, geben wir Danö als Ziel im Navi an. Das ist ein kleines verschlafenes Nest, in dem die Straße endet und nur noch ein Schotterweg weiterführt. Auf dem Weg nach Danö sind wir an einer tollen Bucht vorbeirgefahren, so beschließen wir umzudrehen und die Nacht dort zu verbringen.
Obwohl wir direkt an der Straße parken ist es unglaublich ruhig und idyllisch. Leider regnet es zunächst heftig, später klart es dann noch auf und wir machen Fotos im wundervollen Abendlicht. Das ist der Vorteil im Norden zu dieser Jahreszeit. Auch um 22 Uhr ist es draußen noch fast taghell. Um halb zwölf gehen wir schlafen und müssen alles verdunkeln, allerdings ist es eisig.

Geta Stellplatz am Abend

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Finnland-Rundreise - Stockholm
Dienstag, 2.6.2015
Die erste Nacht im WoMo war für mich ganz prima. Ich schlafe mit Ohrstöpseln, mein Liebster nicht. Er sagte es sei sehr laut gewesen. Nun meistens trägt er zum Lärm selber bei, diese Nacht lag es jedoch an dem Straßenverkehr direkt hinter dem WoMo. Das ist der Preis für diesen sehr zentralen Stellplatz.
Als der Wecker klingelt möchten wir gar nicht aufstehen, es ist nämlich sehr frisch. Hilft nichts, wir möchten zumindest etwas von Stockholm sehen bevor es weitergeht. Also raus aus dem Bett.
Draußen scheint die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel. Aber das täuscht, der Wind ist kalt und heftig. Wir machen uns trotzdem auf den Weg zum Vasamuseum. Dort sehen wir uns das Schiff an, welches direkt beim Stapellauf untergegangen ist. Das kommt davon, wenn man mehr auf die Verzierungen als auf die Statik achtet. Interessant ist es trotzdem.
Den Tivoli und Skansen (Freilichtmuseum) sehen wir uns nur von außen an. Der Plan mit dem Wasserbus zum Nybrokajen zurückzufahren scheitert an den Abfahrzeiten. Also laufen wir.

Ausblick von der Gamla Stan

Die Salushallen (Östermalmstorg 114 39 Stockholm) möchte ich unbedingt noch sehen. Das sind Feinkostgeschäfte in einer alten Markthalle. Das Angebot an Waren ist fantastisch und für mindestens die Hälfte der Lebensmittel hätte ich eine Verwendung. Hier könnte ich bleiben. Wir nehmen noch ein kleines und gutes Mittagessen zu einem großen Preis ein und machen uns dann auf den Rückweg zum WoMo. Vorher nehmen wir noch ein paar Kanelbullar als Proviant mit.
Mein Highlight in Stockholm war übrigens die spanische Reisegruppe die fast vollständig warme Handschuhe trug.
Keine 30 min später sind wir unterwegs nach Kapellskär, dem Fährhafen zu den Ålandinseln. Die Überfahrt mit Viking Line von dort aus kostet inkl. WoMo nur 48 EUR. Von Stockholm aus hätten wir fast 200 EUR mehr gezahlt.
In Kapellskär angekommen dürfen wir auf dem dortigen Campingplatz noch kostenlos unser Wasser auffüllen. Dann geht es auf die Fähre. Die Abfahrt ist ziemlich unspektakulär.

Abfahrt in Kapellskär

Mittlerweile regnet es und der Wind bläst frisch bei etwa 12 Grad. Als wir uns Mariehamn nähern kann ich draußen sogar meinen Atem sehen, so kalt ist es geworden. Auf die Ålandinseln freue ich mich ganz besonders - mal sehen was uns erwartet.

Ankunft in Mariehamn

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Dienstag, 14. Juli 2015
Finnland-Rundreise - Der erste Versuch
Sonntag, 31.05.2015
Nach Wochen der Vorbereitung und Vorfreude geht es heute endlich los. Wie immer haben wir Stress vor der Abfahrt und ich habe das Gefühl wahnsinnige Mengen eingepackt zu haben. Es ist der Beginn unserer Finnland-Rundreise mit dem Wohnmobil. Die grobe Route ist klar: Deutschland-Schweden-Aland-Finnland Festland-Deutschland. Unsere Fixpunkte sind die Fährabfahrten. Diese werden auch einen Teil des weiteren Reiseverlaufs bestimmen, aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Reiseroute
Wir starten in Dortmund bei freundlichem Wetter und ca. 18 Grad. Ich freue mich bereits auf die Fahrt zur Fähre. Es geht über Bremen und Hamburg nach Kiel. Diese Strecke mag ich einfach, ab Bremen habe ich regelmäßig gute Laune und ab Hamburg fühle ich mich jedes Mal wie zuhause. Tatsächlich stamme ich aus dem Ruhrgebiet.
Die Etappe von Bremen nach Kiel fahre ich. Die Landschaft ist grün, flach und die Bäume vom Westwind gebogen. Hier könnte ich ewig fahren.
Wir haben uns für die Überfahrt mit Stena Line entschieden, die Fähre legt am frühen Abend ab und ist am Morgen früh um 9 Uhr in Göteborg. Daher mussten wir auch eine Schlafgelegenheit mitbuchen. Dennoch ist diese Überfahrt mit ca. 250 EUR für uns und das WoMo nicht die teuerste.
Mein Liebster muss noch seinen Rucksack für die Überfahrt packen und obwohl wir uns ganz hinten an der längeren Schlange anstellen, geht es mit der Verladung los bevor er fertig ist. Also muss ich das WoMo auf die Fähre bringen. Meine Sorgen sind total unbegründet. Wir werden eingewiesen und schon parke ich. Gut so einfach wird das auf den kommenden Fährfahrten nicht immer, aber auch das wissen wir jetzt noch nicht.

Abfahrt in Kiel
Dann suchen wir unsere Kabine und finden sie schnell. Sie ist zwar klein, aber für eine Nacht völlig o.k. Später gehen wir an Deck und beobachten die Abfahrt. Mittlerweile ist der Himmel bleigrau, der Wind frisch und es sind nur noch ca. 16 Grad. An uns zieht Kiel vorbei, Laboe mit dem U-Boot und dem Ehrenmal und auf einmal sind wir draußen auf der Ostsee. Jetzt habe ich das Gefühl, dass die Reise wirklich beginnt. Ich bin neugierig auf die vor uns liegenden Tage und Erlebnisse.

Laboe

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