Wenn einer eine Reise tut...
Finnland-Rundreise - Schärenring (1)
Sonntag, 7.6.2015
Die Sonne scheint wieder. Morgens ist es aber noch recht frisch. Heute verlassen wir Turku. Wir wollen über Naantali nach Rauma fahren. Nach dem Frühstück besprechen wir die Tour nochmal und machen dann etwas ganz Anderes. Wir entschließen uns die Schärenringstraße zu fahren. Wir haben keine Ahnung, ob das mit dem WoMo geht, aber notfalls drehen wir halt wieder um. Also steuern wir zunächst Pargas an. Im dortigen Supermarkt decken wir uns mit Lebensmitteln ein und fahren weiter in Richtung Nagu. Auf dem Weg dorthin fahren wir über viele Brücke und nutzen eine der kostenlosen Fähren, die die Schären miteinander verbinden. Die Landschaft ist sehr sehenswert, immer wieder fahren wir durch kleine Kiefernwälder. Sie wechseln sich mit Wiesen voller Gräser und Schafgarbe und immer neuen Ausblicken auf Wasser ab. Da ich fahre, komme ich nur eingeschränkt in den Genuss dieser Landschaft.

Hafengebäude von Nagu

Nagu ist ein netter kleiner Ort mit einem hübschen Hafen. Und die Beratung in der Touristeninformation ist bemerkenswert. Eigentlich wollte ich nur eine bessere Karte haben, um den weiteren Weg zu planen. Wir bekommen die Karte und dazu Vorschläge für Wanderungen, eine Café Empfehlung sowie sämtliche Fährpläne für die große Schärenrunde. Wir fragen noch nach WoMo-Stellplätzen und bekommen zwei gute Tipps und den Hinweis, dass wildes Campen zwar nicht erlaubt ist, aber toleriert wird, weil es hier nur wenige Campingplätze gibt.
Zuerst testen wir die Café Empfehlung. Das Café liegt auf der anderen Straßenseite hinter zwei Supermärkten versteckt. Es hat erst am Vortag eröffnet, daher kann er uns auch leider nur Filterkaffee anbieten, sagt der junge Mann hinter dem Tresen. Der Kaffee schmeckt, die Philadelphiatorte auch. Da er gleich schließt, dürfen wir uns außerdem noch kostenlos an den Zimtschnecken bedienen. Der nette und ziemlich schüchterne junge Mann erzählt, dass das Café eigentlich nur der Anfang ist. Es sind noch ein Kajakverleih und Gruppenevents geplant. Außerdem verspricht er uns, dass er uns beim nächsten Besuch auch Cappucino anbieten kann - da es wohl noch ein Weilchen dauert, bis wir wieder vorbeikommen, kann das gut sein. Wir wünschen ihm viel Erfolg und machen uns auf den Weg nach Korpo.
Auf der gut beschilderten Schärenringstraße ist nur wenig Verkehr in unserer Fahrtrichtung. Hin und wieder kommen uns kleine Autokolonnen entgegen. An der nächsten kostenlosen Fähre, die wir nehmen, sind wir neben einem weiteren Pkw die einzigen Fahrgäste. Auf der anderen Seite wartet jedoch eine große Menge an Autos und Bussen auf die Überfahrt. Ob es sich um den Wochenend Rückreiseverkehr handelt?

Fähre nach Korpo

Kurz nachdem wir die Fähre verlassen haben, biegen wir von der Schärenringstraße rechts in Richtung Osterretais (Hotel Nestor) ab. Die Dame von der Touristeninformation hatte uns gesagt, dass es dort einen neueröffneten Kunstweg durch den Wald gibt. Den wollen wir uns zumindest mal ansehen. Wir fahren bis zum Hotel Nestor und fragen uns dann, wie es wohl weitergeht. Lange brauchen wir nicht überlegen, da kommt auch schon die Hotelbesitzerin. Sie zeigt uns die Wanderkarte, die seitlich am Hotel hängt. Außerdem bietet sie uns an, mit dem WoMo auf dem Hotelparkplatz zu stehen und falls wir möchten dort auch über Nacht zu bleiben. Es ist sehr idyllisch gelegen, aber eigentlich wollen wir weiter. Mal sehen. Außerdem haben sie und ihr Mann in Korpo ein Restaurant, das aber bereits um 20 Uhr schließt. Das kommt für uns dann nicht infrage, es ist mittlerweile schon 18:30 Uhr und wir wollen ja erst noch den Kunstwanderweg laufen.

Barfuß-Kunstwanderweg auf Korpo

Wir verabschieden uns und machen uns auf den kurzen, aber sehr spannenden Weg durch den Wald. Insgesamt sind sieben Kunstwerke im Wald installiert. Manche liegen direkt am Weg, zu anderen muss man noch einen kleinen Abstecher machen. Von den Kunstwerken gefallen mir die Spiegel, die auf Baumstümpfen angebracht sind, am besten. Wenn man hineinblickt, kann man den Himmel sehen.



Kunst im Wald

Leider sind im Wald unglaublich viele Mücken und so machen wir uns schnell auf den Rückweg zum WoMo. Dabei gehen wir durch eine unglaublich idyllische Landschaft. Links und rechts des Weges wächst hohes Gras, durchsetzt mit weiß blühender Schafgarbe. Die Gräser und weißen Blüten wiegen sich im Wind. Dazwischen stehen hin und wieder alte Apfelbäume über und über bedeckt mit zartrosa und weißen Blüten. Die vereinzelt stehenden roten Häuser sind von gepflegten Rasenflächen, Hortensien und kleinen Büschen umgeben. Das Bild ist so friedlich, dass ich mir unwillkürlich wünsche, ich hätte meine Kindheit hier verbracht oder zumindest die Sommerferien.

Hühnerparade

Den empfohlenen Stellplatz finden wir schnell. Er liegt an einem kleinen Privathafen. Diese Seite der Insel ist vom Wind abgewandt, dadurch ist das Wasser spiegelglatt. Das andere Ufer ist nicht weit entfernt, so wirkt es eher als stünde man an einem großen See.

Stellplatz auf Korpo

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