Wenn einer eine Reise tut...
Dienstag, 21. Juli 2015
Finnland-Rundreise - Geta
Donnerstag, 4.6.2015
Wir werden bei strahlendem Sonnenschein wach. Wärmer als am Vorabend ist es auch. Wir öffnen den Vorhang zum Fahrerhaus - was für ein Ausblick! Wir sehen direkt auf eine wunderschöne Bucht, die sich weiter hinten zum Meer öffnet. Das Wasser ist stahlblau und glitzert in der Sonnen. Die Bucht ist von Kiefern umgeben und durch die Bäume kann man vereinzelt rote und gelbe Holzhäuschen erkennen. Wir stehen mit dem WoMo auf einer ebenen Granitfläche, die einige Meter weiter sanft ins Wasser übergeht. Es gibt auch einen kleinen Bootssteg zu unserer Rechten.

Stellplatz Geta am Morgen

Ich versuche ein Bad im Meer zu nehmen, aber das scheitert leider an einem sicheren Einstieg. Die Steinplatten gehen zwar ganz flach ins Wasser, sind aber unglaublich rutschig. So komme ich niemals heil hinein oder wieder raus. Am hölzernen Bootssteg fehlt eine Leiter oder zumindest eine Trittstufe. Also sitze ich einfach nur auf den warmen Steinen und erfreue mich an der Aussicht.

Panorama Geta Bucht

Nach dem Frühstück machen wir noch jede Menge Fotos und freuen uns, dass wir einen so schönen Stellplatz gefunden haben. Dann fahren wir weiter nach Soltuna. Dort wollen wir uns bei der Wanderung durch die Getaberge die Grotte ansehen. Das Ganze ist als 5km langer Rundweg ausgeschildert, also machen wir uns kurzerhand auf den Weg. Die Wanderung entpuppt sich als eine Art Schnitzeljagd und deutlich anstrengender als angenommen. Es gibt keinen wirklichen Weg, man folgt weißen Pfeilen, die an Bäumen angebracht oder auf dem Boden aufgemalt sind. Manchmal weisen auch einfach kleine Steinhaufen den Weg. Dabei geht es wirklich querfeldein über Grantifelsen oder über Waldpfade. Auf dem Weg begegnen wir keiner Menschenseele, aber an den Höhlen selbst treffen wir eine Gruppe von etwa 30 jungen Leuten. Sie nutzen die Felsen zum Klettern und sitzen oder liegen in der Sonne. Die Grotten finden wir nicht so spannend, aber die Wanderung macht Spaß. Wir gehen den Rundweg weiter und sind wieder alleine. Nach etwa 2h sind wir zurück am WoMo und fühlen uns etwas abgekämpft. Also auf nach Eckerö, dort wollen wir nur zum Campingplatz Degersand und ein Bier aufmachen.

Schnitzeljagd auf Geta

In Storby sehen wir uns noch das Post- und Zollhaus an. Es wurde von C.L. Engel entworfen. Wären wir weitergefahren, hätten wir nichts verpasst. Aber gut, uns spricht auch eher Natur als Kultur an.
Der Campingplatz Degersand ist toll gelegen, direkt an einer schönen Sandbucht. Es stehen auch einige WoMos und sogar ein Wohnwagen aus unserem heimatlichen Nachbarkreis dort. Die Infrastruktur ist sagen wir mal einfach und mein Liebster hat gar keine Lust dort zu bleiben, zum Weiterfahren jedoch noch weniger. Die Rezeption ist auch geschlossen. Aus einer Klappe kann man sich eine Keycard nehmen, die als Zugang zu den Duschen und Toiletten dient. Die Stromanschlüsse sind frei zugänglich. Wenn man fährt soll man einfach Geld in einen Briefkasten werfen. Trotz des nicht vorhandenen Komforts finde ich es super. Wir bleiben noch lange wach und schauen immer wieder hinaus auf die Bucht.

Degersand Blick auf die bucht

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Sonntag, 19. Juli 2015
Finnland-Rundreise - Mariehamn
Mittwoch, 3.6.2015
Der Tag beginnt mit Regen. Es ist kalt im WoMo und so bleiben wir einfach liegen. Etwa 1,5h später ist der Himmel strahlend blau, nur kühl ist es noch immer.
Wir sind am Vorabend zwar erst im 22:30 mit der Fähre angekommen, konnten aber trotzdem noch auf den Campingplatz Gröna Uddens (Gröna Uddens Camping, Östernäsvägen, AX-22100 Mariehamn) fahren. Nach dem Frühstück sehen wir uns die Sanitäranlagen an. Sie sind sauber und soweit in Ordnung, es könnten mehr sein. Aber da wir spät dran sind will außer uns eh niemand mehr duschen. Warmes Wasser ist hier im Preis inbegriffen. Wir freuen uns, dass wir nicht mit Münzen oder ähnlichem hantieren müssen. Tatsächlich ist das auf allen Campingplätzen so, die wir ansteuern. Auch die Küche, in der ich anschließend das Geschirr spüle, ist in Ordnung. Trotzdem beschließen wir weiter nach Geta zu fahren. Dort wollen wir zumindest eine Nacht frei stehen.
Mein Liebster füllt noch schnell Frischwasser nach, dann geht's ans Zahlen. Als ich nach hinten gehe, um mein Portemonnaie zu holen, sehe ich Wasser auf dem Fußboden. Woher es kommt, kann ich nicht sehen, nur dass es nicht wenig ist. Leider läuft es genau dorthin, wo das WoMo den Stromanschluss hat. Etwa 10 min später haben wir das Wasser gestoppt und wieder einen sauberen Fußboden - nicht, dass es nötig gewesen wäre. Wir zahlen und fahren nach Mariehamn hinein. Dabei startet der Wasserfluss erneut. Wir bauen die Sitzbank auseinander und stellen fest, dass der Deckel vom darunterliegenden Wassertank nicht richtig geschlossen ist. Da wir vorher noch nie am Tank waren, ist uns das wohl so übergeben worden.
Das gute Wetter hält uns so machen wir uns etwa 15 min und eine Küchenrolle später zu Fuß auf den Weg und lassen das WoMo in der Sonne stehen und trocknen.

Stadtplan von Mariehamn

Da der Hauptort Ålands nur 11.000 Einwohner hat, haben wir schnell alles gesehen. Besonders gefallen haben uns die vielen bunten Holzhäuser in den breiten Straßen. Die Gärten sind überwiegend sehr gepflegt. Uns fällt auf, dass die Vegetation ca 4 Wochen hinter unserer her ist. Die Tulpen sind offensichtlich soeben verblüht, die Apfelbäume stehen in voller Blüte und der Flieder öffnet gerade erst seine Knospen. Überhaupt wächst Flieder sowohl auf Åland als auch an der Küste in großer Zahl. Solche überwältigenden Fliederbüsche und -hecken habe ich bisher noch nicht gesehen, zudem mag ich auch den Duft sehr gerne.

Straße in Mariehamn

Wir fahren weiter nach Kastelholm Slot. Laut Reiseführer ist dies die bekannteste Sehenswürdigkeit Ålands. Wir kommen erst nach 17 Uhr dort an, da Ruine und Freilichtmuseum zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen haben, ist der Ort menschenleer. Über das Gelände des Freilichtmuseums und um das Schloss herum verläuft ein kleiner Rundweg, der dennoch zu begehen ist. Es ist ein fast magisches Erlebnis wie wir finden. Wir stehen in einem kleinen Dorf aus roten Holzhäuschen mit weißen Fenster- und Türrahmen. Es wirkt als seien die Bewohner schnell zur Mittagsruhe in ihre Häuser gegangen, im Hintergrund sieht man eine Streuobstwiese. Darauf stehen weiß und rosa blühende Apfelbäume. Wenn man dem Rundweg weiter folgt, kommt man an einer kleinen Wassermühle vorbei.
Dann windet sich der Weg um das Schloss. Zu unserer Linken glitzert das Wasser in der Sonne und von der Ferne ziehen schnell dunkle Regenwolken heran. Wir bleiben ein Weilchen am Wasser stehen und als es beginnt zu regnen gehen wir schnell zurück und fahren Richtung Geta.

Freilichtmuseum bei Kastelholm Slot

Da Geta die gesamte Insel ist, geben wir Danö als Ziel im Navi an. Das ist ein kleines verschlafenes Nest, in dem die Straße endet und nur noch ein Schotterweg weiterführt. Auf dem Weg nach Danö sind wir an einer tollen Bucht vorbeirgefahren, so beschließen wir umzudrehen und die Nacht dort zu verbringen.
Obwohl wir direkt an der Straße parken ist es unglaublich ruhig und idyllisch. Leider regnet es zunächst heftig, später klart es dann noch auf und wir machen Fotos im wundervollen Abendlicht. Das ist der Vorteil im Norden zu dieser Jahreszeit. Auch um 22 Uhr ist es draußen noch fast taghell. Um halb zwölf gehen wir schlafen und müssen alles verdunkeln, allerdings ist es eisig.

Geta Stellplatz am Abend

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Finnland-Rundreise - Stockholm
Dienstag, 2.6.2015
Die erste Nacht im WoMo war für mich ganz prima. Ich schlafe mit Ohrstöpseln, mein Liebster nicht. Er sagte es sei sehr laut gewesen. Nun meistens trägt er zum Lärm selber bei, diese Nacht lag es jedoch an dem Straßenverkehr direkt hinter dem WoMo. Das ist der Preis für diesen sehr zentralen Stellplatz.
Als der Wecker klingelt möchten wir gar nicht aufstehen, es ist nämlich sehr frisch. Hilft nichts, wir möchten zumindest etwas von Stockholm sehen bevor es weitergeht. Also raus aus dem Bett.
Draußen scheint die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel. Aber das täuscht, der Wind ist kalt und heftig. Wir machen uns trotzdem auf den Weg zum Vasamuseum. Dort sehen wir uns das Schiff an, welches direkt beim Stapellauf untergegangen ist. Das kommt davon, wenn man mehr auf die Verzierungen als auf die Statik achtet. Interessant ist es trotzdem.
Den Tivoli und Skansen (Freilichtmuseum) sehen wir uns nur von außen an. Der Plan mit dem Wasserbus zum Nybrokajen zurückzufahren scheitert an den Abfahrzeiten. Also laufen wir.

Ausblick von der Gamla Stan

Die Salushallen (Östermalmstorg 114 39 Stockholm) möchte ich unbedingt noch sehen. Das sind Feinkostgeschäfte in einer alten Markthalle. Das Angebot an Waren ist fantastisch und für mindestens die Hälfte der Lebensmittel hätte ich eine Verwendung. Hier könnte ich bleiben. Wir nehmen noch ein kleines und gutes Mittagessen zu einem großen Preis ein und machen uns dann auf den Rückweg zum WoMo. Vorher nehmen wir noch ein paar Kanelbullar als Proviant mit.
Mein Highlight in Stockholm war übrigens die spanische Reisegruppe die fast vollständig warme Handschuhe trug.
Keine 30 min später sind wir unterwegs nach Kapellskär, dem Fährhafen zu den Ålandinseln. Die Überfahrt mit Viking Line von dort aus kostet inkl. WoMo nur 48 EUR. Von Stockholm aus hätten wir fast 200 EUR mehr gezahlt.
In Kapellskär angekommen dürfen wir auf dem dortigen Campingplatz noch kostenlos unser Wasser auffüllen. Dann geht es auf die Fähre. Die Abfahrt ist ziemlich unspektakulär.

Abfahrt in Kapellskär

Mittlerweile regnet es und der Wind bläst frisch bei etwa 12 Grad. Als wir uns Mariehamn nähern kann ich draußen sogar meinen Atem sehen, so kalt ist es geworden. Auf die Ålandinseln freue ich mich ganz besonders - mal sehen was uns erwartet.

Ankunft in Mariehamn

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Dienstag, 14. Juli 2015
Finnland-Rundreise - Die schwedische Etappe
Montag, 01.06.2015
9:15 Uhr Ankunft in Göteborg, das Wetter ist ganz o.k. Es ist leicht bewölkt bei ca. 17 Grad.


Ankunft in Göteborg

Das Verlassen der Fähre ist genauso einfach wie das Drauffahren. Die Suche nach dem richtigen Weg nach Stockholm gestaltet sich da schon schwieriger. Klar habe wir ein Navi, aber es äußert sich nicht ganz eindeutig oder zumindest nicht rechtzeitig. Außerdem widerspricht die angegebene Fahrtrichtung der Beschilderung. Da wir es besser wissen, fahren wir den Schildern nach. Etwa 10 km weiter stellen wir fest, dass dies die Landstraße und nicht die Autobahn nach Stockholm ist.
Bevor es stressig wird, fahren wir erst mal an einem Einkaufszentrum raus und frühstücken dort. Ohne morgentlichen Kaffee sollte man solche Planungsprobleme nicht angehen. Wir beschließen zurück zur Autobahn zu fahren, denn die knapp 480 km bis Stockholm sind auch ohne Landstraße lang genug.

Unser Plan ist nach Stockholm zu fahren und dort bis zum nächsten Tag zu bleiben. Dann geht die Fähre zu den Alandinseln.

Südschweden ist richtig schön und sieht aus, wie ich es mir auch vorgestellt habe. Es ist sanft hügelig, sehr grün und hin und wieder leuchten gelbe Rapsfelder. Wir fahren am Vättarnsee vorbei. Er ist so riesig, dass wir vom Südufer das Nordufer nicht sehen können. Die Autobahn führt direkt am See vorbei. Irgendwo hinter Jonköping suchen wir uns einen schönen Rastplatz mit Blick auf den See und bleiben erst mal dort. Wir essen die in Skandinavien unvermeidlichen Zimtschnecken (Kanelbullar).

Den Rest des Weges bis Stockholm fahre ich. Die Strecke zieht sich ganz schön, aber endlich erreichen wir Stockholm am späten Nachmittag. Wir haben uns einen Stellplatz mitten in der Stadt ausgeguckt (Adresse: Strandvägen, mit Blick auf Wasser gelegen und für Wohnmobile erlaubt). Leider ist die Straße, die das Navi fahren möchte, gesperrt. Nun liegt Stockholm bekanntlich auf mehreren Inseln, d.h. wir müssen eine andere Brücke nehmen. Mit einem 7m langen Wohnmobil durch die Innenstadt von Stockholm, dichter Verkehr, überall Radfahrer und Fußgänger und ein Navi, das ständig darum bittet umzudrehen... ich weiß nicht wie, aber irgendwie haben wir es geschafft den ausgewählten Parkplatz zu erreichen und dort auch noch den letzten freien Platz ergattert.


Stellplatz Strandvägen in Stockholm

In die Gamla Stan (Altstadt von Stockholm) sind es zu Fuß etwa 10 min. Stockholm ist wirklich schön und durch die vielen Inseln sehr luftig. In der Altstadt essen wir im Restaurant Slingerbulten (24 Stora Nygatan, Stockhlom). Es ist sehr lecker, die Bedienung nett und daher auch nicht verwunderlich, dass wir den letzten freien Tisch bekommen haben. Danach laufen wir noch weiter durch die Altstadt. Trotz des ziemlich kalten Wetters ist unheimlich viel los und viele Menschen sitzen draußen vor den zahlreichen Cafés, Restaurants und Kneipen. Es geht sehr fröhlich zu.

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Finnland-Rundreise - Der erste Versuch
Sonntag, 31.05.2015
Nach Wochen der Vorbereitung und Vorfreude geht es heute endlich los. Wie immer haben wir Stress vor der Abfahrt und ich habe das Gefühl wahnsinnige Mengen eingepackt zu haben. Es ist der Beginn unserer Finnland-Rundreise mit dem Wohnmobil. Die grobe Route ist klar: Deutschland-Schweden-Aland-Finnland Festland-Deutschland. Unsere Fixpunkte sind die Fährabfahrten. Diese werden auch einen Teil des weiteren Reiseverlaufs bestimmen, aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Reiseroute
Wir starten in Dortmund bei freundlichem Wetter und ca. 18 Grad. Ich freue mich bereits auf die Fahrt zur Fähre. Es geht über Bremen und Hamburg nach Kiel. Diese Strecke mag ich einfach, ab Bremen habe ich regelmäßig gute Laune und ab Hamburg fühle ich mich jedes Mal wie zuhause. Tatsächlich stamme ich aus dem Ruhrgebiet.
Die Etappe von Bremen nach Kiel fahre ich. Die Landschaft ist grün, flach und die Bäume vom Westwind gebogen. Hier könnte ich ewig fahren.
Wir haben uns für die Überfahrt mit Stena Line entschieden, die Fähre legt am frühen Abend ab und ist am Morgen früh um 9 Uhr in Göteborg. Daher mussten wir auch eine Schlafgelegenheit mitbuchen. Dennoch ist diese Überfahrt mit ca. 250 EUR für uns und das WoMo nicht die teuerste.
Mein Liebster muss noch seinen Rucksack für die Überfahrt packen und obwohl wir uns ganz hinten an der längeren Schlange anstellen, geht es mit der Verladung los bevor er fertig ist. Also muss ich das WoMo auf die Fähre bringen. Meine Sorgen sind total unbegründet. Wir werden eingewiesen und schon parke ich. Gut so einfach wird das auf den kommenden Fährfahrten nicht immer, aber auch das wissen wir jetzt noch nicht.

Abfahrt in Kiel
Dann suchen wir unsere Kabine und finden sie schnell. Sie ist zwar klein, aber für eine Nacht völlig o.k. Später gehen wir an Deck und beobachten die Abfahrt. Mittlerweile ist der Himmel bleigrau, der Wind frisch und es sind nur noch ca. 16 Grad. An uns zieht Kiel vorbei, Laboe mit dem U-Boot und dem Ehrenmal und auf einmal sind wir draußen auf der Ostsee. Jetzt habe ich das Gefühl, dass die Reise wirklich beginnt. Ich bin neugierig auf die vor uns liegenden Tage und Erlebnisse.

Laboe

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